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DV35G
- Ein 35mm-Adapter für DV-Kameras Einleitung Der Adapter ist fertig. Zumindest als Prototyp und damit frier ich die Entwicklung jetzt ein. Es wird eine Weiterentwicklung unter dem Namen 35F geben. Der hier vorliegende Adapter wurde soweit fortentwickelt, daß er bei meinem Debutfilm 'mit Bande' eingesetzt werden konnte. Aber es gibt zahlreiche Verbesserungen, die vor allem das G in dem Namen überflüssig machen werden. Daher ist diese Art von Adapter jetzt finalisiert :-)) Die folgenden Informationen beziehen sich also auf die Art und Weise wie der Adapter im März 2006 fertig war :-)) Warum heißt mein Adapter DV35G ? Böse Zungen behaupten, daß sich das G aus meinem Nachnamen Gehde ableitete, aber das ist nicht wahr ;-) Die Wahrheit ist, das ich mich an die Namenskonvention von Matthias Adpater DV35K und Kopfrauschen's Adapter DV35M halte. Da in meinem Adapter der sogenannte Glasscreen die zentrale Rolle spielt, kommt das G vom Glasscreen ;-) Vorab muss ich sagen, daß ich prinzipiell völliger Laie auf dem Gebiet des Video/Filmemachens bin. Interessiert hat es mich aber schon lange. Und seit mit DV-Kameras, Videoschnittprogrammen und DVD-Brennern eine komplette Filmproduktion in der Digital Domain für Consumer Geld möglich ist, habe ich mich entschlossen, daß das nun mein neues Hobby ist ;-))) Also kaufte ich mir eine Canon MV530i DV-Kamera, weil ich mir eine XL1 nicht leisten konnte. Und ausserdem habe ich beschlossen Filme zu machen, also so Sachen mit Handlung, oder Lustig, oder was auch immer. Auf keinen Fall jedoch irgendwelche Videos von Feiern, Hochzeiten oder Urlauben. Welch Ironie des Schicksals, daß ich seit über einem Jahr mit dem Schnitt des Hochzeitsvideos meines besten Freundes beschäftigt bin ;-)))) Aber das war nun wirklich das zweite. Also das Erste und das Letzte ! ;-)) Also ich will ursprünglich Filme machen. Und ich strebe dabei so etwas wie Filmlook an. Da gibts kein Wenn und kein Aber. Ich habe auch keine Lust auf akademische Diskussionen über Sinn und Unsinn von Filmlook mit DV-Ausrüstung etc. Ich werde mit Sicherheit auch keine tiefschürfend psychologisch deutsch gestylten Filme basteln, sondern nur pure Unterhaltung die optisch mindestens soviel Filmlook haben soll wie irgend möglich (wenn mir das dann gelingt). Punkt ;-) Filmlook war dann auch der Auslöser für den 35mm-Adapter. An einigen Ecken im Internet konnte man Informationen dazu finden. Und bei Beispielbildern und kurzer Reflektion zum Thema Tiefenschärfe (oder war es Schärfentiefe?, ja war es ;-) war es nicht schwer festzustellen, daß ein 35mm-Adapter unverzichtbar ist, wenn man Filmlook anstrebt. Weitere Infos kamen dann eigentlich nur auf www.hackermovies.de und www.kopfrauschen.de zusammen, wo am Beispiel Pizza Pazza der DV35K Adapter von Matthias Fleischmann beschrieben wurde. Seine eigene Seite zu diesem Thema ist inzwischen fertig. Und bei Kopfrauschen bekommt man Infos zum DV35M Adapter. Ausserdem taucht immer der kommerzielle P+S Technik Adapter auf. Mein Interesse an diesen Adaptern war jedenfalls geweckt. Also wurde ein Adapter konzeptioniert. Bei allem was es zu lesen gab, standen zwei Probleme im Vordergrund: Die Körnung der Mattscheibe (und der Hotspot) und die Schmutzempfindlichkeit der Adapter. Daher wollte ich diese Probleme bei meinem Adapter lösen. Prinzip Aber zunächst einmal zum Prinzip eines jeden 35mm-Adapters. Was ist das überhaupt? Also vereinfacht gesagt nutzt man eine andere Optik (vorzugsweise die einer Spiegelreflexkamera, da diese der einer echten 35mm Kamera schon näher kommt), lässt das Licht durch die Optik auf eine Mattscheibe fallen und filmt mit der DV-Kamera von dieser Mattscheibe ab. Im simpelsten Fall (hab ich grad von gehört) bastelt man eine Optik an einen 50er-CD-Spindel-Behälter der schwarz gestrichen wird und nimmt eine der durchsichtigen CD-Schutzscheiben angeschmirgelt als Mattscheibe. Im DV35K Fall filmt man durch einen vergrößerten (Sport)Sucher der eigentlichen Kamera. Das Prinzip ist aber immer gleich und sieht etwa so aus: ![]() Mangels Informationen ging ich immer davon aus, das sich die Mattscheibe zum Abfilmen genau an der gezeigten Stelle befinden muss. Das geht auch anders, ist aber jetzt die Basis für meinen Adapter. Die Spiegelreflexkamera So. Zu diesem Zeitpunkt (Februar/März 2003) hatte ich weder eine Spiegelreflexkamera, noch auch nur ansatzweise die geringste Ahnung von Spiegelreflexkameras. Ich brauchte nun also ein entsprechendes Modell. Dabei war eher No- statt Low-Budget anzusetzen. Was muss denn so eine Kamera können, damit sie als Adapter geeignet ist? Wenn man eine Kamera nach dem grafischen Schema oben bauen will, dann wäre es gut, wenn sie eine manuelle Spiegelvorauslösung hätte. Damit kann man das Bild im Sucher einstellen, und zum Filmen den Spiegel hochklappen, damit das Licht auf die Mattscheibe projeziert wird. Eine ausserdem geforderte Abblendtaste, ist in meinem aktuellen Modell ausser Betrieb und im Nachgang meiner Meinung nach auch nicht erforderlich. Alles andere ist eigentlich völlig uninteressant. Viel wichtiger war, daß Zubehör, insbesondere Objektive möglichst preiswert sind. Bei meiner Suche wurde ich schließlich fündig und bereue bis heute nicht die Auswahl der Minolta SR T 101 von 1969. Eine mechanische, manuelle Spiegelreflexkamera, für die z.B. bei eBay auch die Objektive günstig zu bekommen sind (ausser dem 85mm Portraitobjektiv, welches auch heute noch regelmäßig 180-200 Euro in den Auktionen erzielt). Die meisten Objektive gibts zwischen 5-20 Euro. Die Kamera selbst, die ich schließlich zerlegt habe, habe ich als Defekt-Modell für etwa 15,- Euro ersteigert, wobei ich mir vorher zusichern ließ, daß die Spiegelvorauslösung noch funktioniert und das Bajonett mechanisch okay ist. Die Mattscheibe Geheimnis ist vielleicht das falsche Wort aber ich finde es passt hier schon ganz gut. Also die Wahl der richtigen Mattscheibe ist sicher ein zentrales Thema bei so einem Adapter. Wer durch den Sucher filmt, hat dabei meist eine sehr körnige Mattscheibe. Und das Korn gleich Grain ist und so den Filmlook verstärkt, stimmt hier nicht, da das Korn statisch ist und eine ständig sichtbare unbewegte Struktur im fertigen Film hinterlässt. Man kann das kurzerhand als 'Stil' definieren und damit leben. Oder man lässt die Mattscheibe rotieren, wie beim professionellen P+S Technik Adapter. Oder man findet etwas besseres im unteren Preissegment. Und das hatte ich vor, denn die Mattscheibe ist für mich das Wichtigste an einem 35mm Adapter , da sie das eigentlich erzielte Bild bestimmt. Ich hatte irgendwie das große Glück beim Suchen im Internet auf den Glasscreen zu stoßen. Dabei handelt es sich um eine 21 x 21 cm große Mattscheibe, die eigentlich zum Videotransfer von Super8-Filmen und ähnlichem genutzt wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen geätzten oder geschliffenen Mattscheiben besteht der Glasscreen aus zwei perfekten Glasscheiben von zwei Millimeter Stärke, zwischen denen eine dünne Parafin-Schicht eingeschlossen ist. In allen Tests von Film->Video Transfer Systemen für den Hausgebrauch hat der Glasscreen bestens abgeschnitten. Insbesondere das Problem Grain und Hotspot sollten bei ihm in der Praxis nicht zu beobachten sein. Na Hallo? Hatte ich nicht damit die Lösung gefunden ?? Ja, das hatte ich. Nach einigen eMails hatte ich den Vertrieb überredet mir eine Sonderanfertigung des Glasscreen in den Maßen 50x34 mm zu bauen. Ich habe damals 29,90 Euro für den kleinen Screen bezahlt. Nach aktueller Auskunft ist man auch weiterhin für Sondergrößen offen ;-) Bezugsquelle war www.video-optik.de. Einziger Nachteil ist die lange Lieferzeit. Jeder Glasscreen wird in Handarbeit gefertigt. Und der Hersteller priorisiert die 21x21 cm Scheiben, da sie den meisten Umsatz bringen. Die eigentlich geforderten Maße für mich sind 24 x 36 mm (also Kleinbildformat), aber ich wollte noch Reserven haben und habe daher diese Übergröße bestellt. Verschmutzung Fast jeder, der mit 35mm-Selbstbauten filmt, klebt die ganze Konstruktion mit fast einem Meter Gaffa-Tape ab ;-))) Habe ich bei meinen ersten Experimenten (s.u.) auch gemacht. Irgendwie kommt dadurch ständig Schmutz in die ganze Konstruktion. Da dieser auf der Mattscheibe sichtbar ist, muss mindestens einmal am Tag die ganze Konstruktion gereinigt werden. Bei den Leuten von Kopfrauschen noch öfter. Das heisst ja Arbeit und da ich da dann doch eher faul bin, wollte ich den Adapter so bauen, daß er nicht verschmutzt. Und auch das Fertigmachen der Kamera an einem Drehort sollte nicht unbedingt eine Stunde dauern. Dafür gab es nur eine Lösung: Ein geschlossenes System. Und wie bekommt man das hin? Zunächst einmal ist die Frage des Abstandes der DV-Kamera zur Spiegelreflexkamera zu klären. Ich dachte, daß dieser ziemlich lang sein müsste. Muss er aber nicht. Ich hab einfach ein farbiges Stück Papier von 24 x 36 mm Größe genommen und hab ausprobiert wie weit ich weg sein muss, um dieses noch formatfüllend aufnehmen zu können. Und siehe da, bei 10 cm Abstand der Spiegelreflex- zur DV-Kamera musste ich sogar an der DV-Kamera noch ein wenig zoomen um das komplett aufzunehmen. Perfekt. Und mir fiel dann auch gleich ein, was ich zum Verbinden der Kameras nutzen wollte: Einen Balgen. Das ist dieses schwarze Stück Ziehharmonika, daß man von alten Kameras, Mittelformatkameras und Ähnlichem kennt ;-) Leider sind Balgen sehr teuer. Aber mit ein wenig Geschick kann man bei eBay welche um die 10,- Euro ersteigern. Der Typ spielt dabei kaum eine Rolle. Wichtig war eigentlich nur, daß er auf ca. 10 cm ausziehbar ist, und die Innenmaße nicht kleiner als 36 mm Kantenlänge sind ;-) Zuerst hatte ich nur eine Rückwand mit dem Balgen für die Kamera gebaut, wie man es unten auf den Bildern auch sehen kann. Als ich aber wegen des Seitenrichtig-Problems die Konstruktion verändert habe, wurde aus der Rückwand eine Box mit Spiegel drin, und der Balgen geht jetzt zur Seite weg. Das ganze ist mit Silikon und Mossgummi abgedichtet. Am Ende des Balgens ist eine Holzplatte angeschraubt, in die ein Polfilter mit herausgeschlagenem Glas eingeklebt ist, um ein drehbares Gewinde zum Anschluss an die DV-Kamera zu haben. Jetzt hab ich ein geschlossenes System. Der Balgen ist fest an der Spiegelreflexkamera dran und schmutzdicht. Am anderen Ende kann das Ganze über das Gewinde lichtdicht und schmutzsicher an die DV-Kamera angeschraubt werden. Bei Nichtbenutzung kommt einfach ein Klarglasfilter von 30,5 mm auf das Ende des Balgens, so daß das Innere des Adapters auch bei Nichtbenutzung nicht einstaubt. Improvisieren 1 Okay, das Konzept meines Adapters war nun klar. Und das Erste was ich wirklich gemacht habe, war die Kamera zu ersteigern. Als sie endlich ankam, wollte ich natürlich sofort improvisieren. Ich hatte noch keinen Glasscreen, und auch sonst nix. Nur die Kamera mit einem 55mm Festbrennweite-Objektiv. Tja, und das ist der Augenblick, wo man sich auf die Einfachheit des Konzeptes zurückbesinnt. Licht->Objektiv->Mattscheibe-DV-Kamera. Mir fehlte eigentlich nur die Mattscheibe. Also machte ich mich auf die Suche. Das einzige was ich in meinem Haushalt fand, war Backpapier! Damit sehen die Zutaten für mein erstes Experiment wie folgt aus: ![]() Tja, die Kamera, eine _leere_ Dose Katzenfutter, und eben Backpapier. Ich habe also ein entsprechend großes Stück Backpapier genommen und in der Kamera mit Gaffa-Tape dorthin geklebt, wo sonst die Filmebene liegt. Das sieht dann so aus: ![]() Die Katzenfutterdose habe ich zum Abdunkeln benutzt. Dazu habe ich noch ein schwarzes Blatt Papier (DIN A4 Ausdruck einer schwarzen Seite auf dem Laserdrucker) in die Dose geklebt um Reflexionen zu verhindern. Die Dose ist dann mit Gaffa-Tape an der Kamera befestigt worden. Dank zweier Stative sah die Konstruktion nun so aus: ![]() Den Spiegel konnte ich manuell hochklappen, aber der Verschluß war noch im Weg. Mangels T-Einstellung der Belichtungszeit musste ich also B wählen und konnte nun Filmen, wenn ich den Auslöser gedrückt hielt und somit der Verschluss der Minolta offen war. Ich habe drei verschiedene Motive zum Testen genommen. Einmal einfach die Aufnahme, die auf das Backpapier läuft, ohne den Spiegel geöffnet zu haben. Dabei erkennt man die faserige Struktur des Backpapiers. Die werde ich also auf allen Aufnahmen drauf haben. Das ist eben auch der Nachteil der Körnigkeit von normalen Mattscheiben. Die sind zwar nicht so grob, aber eben auch sichtbar. Als zweites habe ich eine Tanne aufgenommen. Ein dankbares Motiv, weil durch die Bildstrukturen die Faser des Backpapiers nicht so durchschlägt. Und zuletzt habe ich einen Stuhl aufgenommen. Die Bilder gibt es hier: Alle Thumbs linken auf ein 720x576 Vollbild. Die DV-Aufnahmen wurden in Premiere eingelesen und dort als BMP exportiert. Das BMP wurde richtig gedreht (dazu später mehr) und als JPEG in bester Qualität für diese Webseite gespeichert. Man kann sagen, daß das Bild auf DV genau so aussieht, wie das verlinkte Bild auf dieser Webseite. Einfach auf das Thumbnail Klicken um zu sehen, wie das im Original aussehen würde. So. Das war also der erste Adapter-Versuch. Dafür, daß ich Backpapier verwendet habe, und die Kamera gerade mal 30 Minuten in den Händen hatte, war ich sehr zufrieden und beschloß, das Projekt weiter zu betreiben. Man sieht auf den Bildern vor allem die Probleme die mit der Struktur der Mattscheibe entstehen. Penible Menschen werden auch ein Hotspot-Problem erkennen. Schärfentiefeeffekte sind kaum zu erkennen, aber das liegt vor allem an der ungünstigen Mattscheibe, und dem 55mm-Objektiv, welches eigentlich überwiegend scharf abbildet ;-) Adapterbau 1 Tja, um ehrlich zu sein ... die erste Kamera die ich ersteigerte, die war nicht defekt. Und die war mir zu schade zum Zersägen, weil ich mich langsam in diese manuelle Spiegelreflexkamera verliebt hatte. Die ist echt cool. Also habe ich die Defekte erst im zweiten Anlauf ersteigert um meine Erste zu schonen ;-) Als die Zweite, die Defekte, ankam, war dann natürlich Basteln angesagt. Zunächst einmal interessierte mich ja vor allem die Spiegelvorauslösung. Und die ist in dem Spiegelreflexkasten der Kamera untergebracht. Der Rest konnte eigentlich bedenkenlos ausgebaut werden. Im Zentrum des Interesses stand eigentlich nur der Ausbau des Verschlussvorhanges. Den brauchte ich für den Adapter nun wirklich nicht. Wer also nicht so viel Aufwand betreiben will wie ich, der reisst einfach den Vorhang raus und gut ist das. Ich war jedoch zwei Stunden mit einem Feinwerker Schraubenziehersatz beschäftigt, die komplette Mechanik der Kamera zu entfernen ;-)) Das hat schon Spaß gemacht. Und Kompliment an die Ingenieure der Kamera. Ich denk mal, die ist um Faktoren aufwendiger gebaut worden als mechanische Uhren zu dieser Zeit (Immer dran denken: die Kamera stammt aus dem Jahr 1968/1969). Das Auseinanderbauen sah etwa so aus:
![]() Nach dem Auseinanderbauen war leider die Abblendmechanik nicht mehr funktional. Aber später stellte ich fest, daß diese sowieso nicht erforderlich war, da die Blende direkt auf die Mattscheibe wirkte. Und in der Regel filmt man wegen des Lichtverlustes im Adapter sowieso immer mit Blende 'Voll Auf!' (Hab ich gelesen ;-). Wirklich wichtig war also nur die Spiegelvorauslösung, die ja noch funktionierte. Und nun, wo der Verschlussvorhang ausgebaut war, war ich scharf auf einen zweiten Test. Improvisieren 2 Nach dem erfolgreichen Backpapiertest hatte ich den Glasscreen bestellt. Und der kam nun an. Die Kamera war auch schon gefleddert. Also wollte ich nun die Kamera mit den inzwischen erworbenen verschiedenen Objektiven testen. Dazu hab ich wieder den Zwei-Stativ Aufbau verwendet. Den Glasscreen hab ich mit Gaffa in der Kamera befestigt. Dumm nur, daß der durch die erste Glasscheibe zwei Millimeter mehr Abstand zur normalen Filmebene hat als ein Film in der Kamera. Ich habe also über das LCD der Kamera scharfgestellt. Also nicht meckern über leichte Unschärfen ;-) Bei dem Versuch hab ich auch schon den Balgen mit Gaffa an die Konstruktion geklebt. Der Abstand DV- zu Spiegelreflexkamera lag bei ca. 5-10 cm. Alle Öffnungen hab ich mit Gaffa zugeklebt, um Reflexionen zu vermeiden (was auch erforderlich ist, da die perfekte Glasscheibe des Glasscreen jedes Streulicht zwischen DV und Spiegelreflex gnadenlos reflektiert). Das Ganze sah dann so aus: ![]() Den inzwischen beschafften Winkelsucher konnte ich nicht benutzen wegen der 2mm Differenz des Glasscreen zur echten Filmebene in der Kamera. Leider ist bei dem Zukleben der Konstruktion ein Fussel des Balgens mit eingeklebt worden, der auch auf allen folgenden Demo-Bildern zu sehen ist. Aber da es nur ein Demo ist, kann man das wohl hinnehmen. Also etwa eine halbe Stunde nachdem der Glasscreen in der Post lag, hab ich diesen Aufbau fertig gehabt und die ersten DV-Aufnahmen mit einem 135mm Festbrennweiten-Objektiv gemacht. Das sah bei Tageslicht gegen 18:00 Uhr an einem Sommertag (also schon etwas Dämmerung) so aus: Mein
erstes Testbild Glasscreen
Wow. Diese Schärfentiefe. Haben Sie das schon mal bei einer normalen DV-Kamera gesehen ? Das hat mich endgültigt in meinem Konzept des Adapters bestärkt. Damit konnte ich leben. Wie immer bringt Euch ein Klick auf das Thumbnail zum Maximum-JPEG in Quasi-DV-Qualität. Das sah doch gut aus. Aber leider war schnell das Licht weg, und ich beschloss am nächsten Tag alle Objektive mit diesem improvisierten Glasscreen-Adapter auszuprobieren. Die Ergebnisse sehen Sie hier:
Etwas störend ist der Fussel, aber ... Wow. Also ehrlich. Nachdem ich das DV-Band auf dem Rechner hatte, und in Premiere die entsprechenden Einzelbilder exportiert hatte, fiel mir gar nichts mehr ein. Alles was man sich zum Thema Schärfentiefe vorstellen kann, war hier irgendwie verwirklicht. Als Motiv hatte ich mir einen Steinlöwen im Garten ausgesucht. Der Abstand der Kamera lag durchgängig bei etwa 2,6 m zum Objekt. Das 135er und das 300er Objektiv hatten UV Filter drauf, das 55er einen Pol-Filter. Ich muss einfach mal sagen, daß ich für den Versuchsaufbau maximal begeistert bin. Okay, das 300mm Objektiv, und das 35 mm haben versagt, aber das lag an der Entfernung und an dem 2mm Filmebene Unterschied durch die erste Scheibe des Glasscreen. Grundsätzlich funktioniert das Prinzip weiterhin und zwar besser als zuvor ;-))) Für mich selbst ist das jetzt absolut der Stand der Dinge. Einen 35mm-Adapter zu bauen, mit Hilfe einer Minolta SR-T 101 und eines Glasscreen war die richtige Entscheidung für mich. Leider ist der Adapter so noch nicht einsatzfertig, aber ich mach weiter ;-) Spiegelbox An dieser Stelle wäre nun die Schiene zu planen gewesen. Dabei habe ich dann das Konzept geändert. Zuerst war es mir egal, daß das Bild nachher seitenverkehrt und auf dem Kopf auf dem DV-Band landet. An dieser Stelle habe ich mich dann aber anders entschieden, und beschlossen, das Bild richtig auf das Band zu bringen. Um das Bild Kopfrichtig auf's Band zu bringen muss ich die Kamera nur auf dem Kopf montieren. Das ist ein Schienenproblem und wird erst einmal nicht weiter behandelt. Um das Bild aber seitenrichtig auf das Band zu bekommen, brauchte ich eine weitere optische Komponente, einen Spiegel, der das Bild einmal horizontal spiegelt. Dabei war zuerst ein Problem zu lösen. Um keine Lichtbrechungen im Glas des Strahlengangs zu haben, wollte ich einen Oberflächenspiegel. Das heisst, daß die Spiegelschicht auf der Spiegelseite aufgedampft ist, und nicht auf der Rückseite, wie man es von Badezimmer- und Handspiuegeln kennt. Ich dachte erst das wäre schwierig zu beziehen, aber wieder einmal half www.video-optik.de. Die haben Oberflächenspiegel nach Kundenmaß mit einem Wirkungsgrad von 96% im Angebot. Der Spiegel kostete irgendwas um die 5 Euro. Die Größe bei mir beträgt 45x65 mm. Das ist auf die Glasscreenöffnung und die Rückwandhöhe berechnet. Die Idee hatte ich vorher schon in der Schienenkonstruktion skizziert. ![]() Alte
Schienenplanung. Leider auch unnütz (s.u.)
So sollte der Strahlengang sein. Das ganze sollte aber in eine einzelne Box, aud der der Balgen nach links (das ist später besser für die Zugänglichkeit der Bedienelemente der Videokamera) aus Hinterkamerasicht weggehen sollte. Also war einfach nur ein Kasten aus Holz zu bauen. Zur besseren Haltbarkeit hab ich vier Vierkanthölzer in die Ecken geklebt. An die Seite der Box, die an die Spiegelreflexkamera geschraubt wird, musste eine Öffnung für die Glasscreen Einsicht gesägt werden, und an das linke Seitenteil musste eine Öffnung für den Balgen gesägt werden. Dann sollte das ganze noch so konstruiert sein, daß es später leicht auseinandergenommen werden kann, um es zu reinigen. Damit war wieder Schrauben mit 3M angesagt ;-) In der Spiegelreflexkamera sind ja Schrauben drin, über die die Box mit Muttern befestigt werden kann. Die Rückwand musste auch schraubbar sein, damit man das ganze öffnen kann, den Spiegel entnehmen und reinigen kann, und an die Muttern rankommt, mit denen alles an die Kamera selbst geschraubt ist. Für den Einsatz des Spiegels waren die zentralen Lichtrichtungen auf die Ober- und Unterplatte einzuzeichnen und dann ein sauberer 45 Grad Winkel. Die Fixierung des Spiegels habe ich folgendermaßen gelöst: Auf der Unterseite habe ich Fliesenkreuze aufgeklebt, die ich in der Mitte durchgesägt habe. Die sind so aufgeklebt, daß, wenn man den Spiegel von hinten (der offenen Seite gegendrückt, der Spiegel genau in der richtigen Position ist, und zwar in der 45 Grad Haltung, und auch zur Seite nicht wegkann. Auf der Oberseite habe ich nur eine kleine Holzleiste eingeklebt, die die 45 Grad Haltung sicherstellt. Man kann von hinten also den Spiegel gegen diese Sperren drücken. Nach Hinten selbst ist der Spiegel frei. Damit der Spiegel in dieser Position bleibt, nicht vibriert oder verrutscht habe ich dann aus einem ganz normalen Schwamm, ein Stück herausgeschnitten, welches dem verbleibenden Volumen hinter dem Spiegel in der Box entspricht. Mit dem Unterschied, daß ich nach allen Seiten die Maße verlängert habe, und insbesondere nach hinten raus einen Zentimeter mehr Volumen im Schwamm habe. Wenn ich jetzt also den Schwamm hinter dem Spiegel einsetze, und die Rückplatte dagegendrücke um sie anzuschrauben, klemmt der Schwamm den Spiegel perfekt an den vorderen Anlagekanten ein. Das ganze wurde schließlich noch mit schwarzem Fotolack angepinselt, um störende Reflexionen zu vermeiden. Selbst die Muttern zur Kamerabefestigung sind vor Einsatz des Spiegels noch einmal schwarz gestrichen worden. Nachdem das ganze dann zusammengesetzt war, hatte ich dann wirklich ein super gespiegeltes Bild durch den Balgen zu betrachten ;-))) Am 28.08.04 war also endlich die Spiegelbox fertig und sah so aus ![]() Fertige
Spiegelbox. Leider unnütz (s.u.)
Tja. auch wenn es nicht ganz so aussieht, ist hier Präzesion sehr wichtig. Die 45 Grad für den Spiegel zum Balgen müssen so perfekt wie möglich sein, und auch die 90 Grad mit denen der Spiegel auf dem Boden steht. Jede Abweichung von den perfekten Maßen bedeutet im Nachhinein eine Verzerrung im endgültigen Bild. Man kennt das von Fachkameras, bei denen eine Umpositionierung des Balgens durchaus erwünscht sein kann, um zB stürzende Linien zu kompensieren. In unserem Fall sind Verzerrungen aber unerwünscht., was eben heisst, die Grade so gut wie möglich einzuhalten. Fotos vom Spiegelboxbau finden sich weiter unten. Improvisieren 3 - Prototyp und Drehen Ende 2005 stand für mich ein Kurzfilmprojekt mit einem Drehtag im Januar 2006 an. Es kribbelte mir schon sehr in den Fingern, den DV35G dabei einzusetzen. Aber ich war immer noch mit Feinheiten der Planung der Schiene beschäftigt. Weil ich ihn aber unbedingt benutzen wollte, entschloss ich mich einen zusammengegafferten Protoyp zu basteln. Dazu hab ich ein L-Förmiges Brett genommen und erstmal Adapter und DV-Kamera mit Gaffa Tape dran befestigt. Mit
Spiegelbox geht das nicht!!!
Das sah aber beim Testen auf dem Sucher komisch aus. Also hab ich einige Sekunden auf DV aufgenommen und in den Rechner überspielt. Und dort musste ich dann feststellen, daß das Bild seitenverkehrt war!! Die Spiegelbox war überflüssig! Keine Ahnung warum, aber ich dachte immer ich müsste das Seitenverkehrt-Problem extra lösen. Eine Drehung um 180 Grad (also eine auf den Kopf gestellte DV-Cam) stellt aber bereits immer 2 Spiegelungen dar, wie mir dann auch meine Freundin Uta bestätigte, die übringens Dr. der Mathematik ist, speziell in Geometrie. Hätte ich sie nur mal früher gefragt :-) Jedenfalls war ich froh diesen Test gemacht zu haben. Die Schiene sollte ja bald gebaut werden, und vmtl. ganz schön teuer werden. Durch die entfallende Spiegelbox wäre diese Schiene aber für den Müll gewesen. Das konnte ich mir also sparen. Ich hab dann wieder die alte Rückplatte rausgeholt und den Balgen da dran geschraubt. Das ganze nahm wieder axialen Charakter an, und ich beschloss alle Komponenten einfach auf ein Brett zu schrauben. Dieses Brett konnte ich auch auf der Wechselplatte meines Vintenstativs anschrauben. Kurz gedacht, schnell gemacht. Bau
und Details, fertiger Prototyp DV35G
In 2-3 Stunden war der Prototyp meines Adapters fertig. Also so weit fertig, daß man ihn einsetzen konnte. In der Woche vor dem Dreh wollte ich einen kurzen Test machen. Dabei stellte sich heraus, daß nunmehr das Bandlaufwerk meiner Canon MV530i defekt war. Eine Reparatur oder Ersatzbeschaffung war in der kurzen Zeit nicht möglich. Glücklicherweise lieh mir ein Kollege seine Sony TRV11e. War diese nun an den Adapter zu bekommen ?? War sie. Nach etwa einer Stunde Arbeit war die Adapterbefestigung hochgesetzt und nun konnte auch die Sony genutzt werden. Diese hatte zwar ein anderes Filtergewinde am Objektiv, so daß der Balgen nicht anschraubbar war, an dieser Stelle hat dann aber mal wieder das gute alte Gaffa Tape Wunder gewirkt. Testen konnte ich die Kamera allerdings vor dem Dreh nicht mehr. Der Einsatz war also ein recht großes Risiko, aber das bin ich eingegangen. Und siehe da, es funktionierte vor Ort ganz prima. Adapter mit
der Sony im Einsatz
Beim Dreh wurden vier verschiedene Objektive eingesetzt. Das waren welche mit Lichtstärken von 1:1,7 bis 1:2,8. Allerdings kam auch bei einer Einstellung ein Zoom mit 1:4,5 zum Einsatz. Diese Einstellung musste ich beim Schnitt wegwerfen, weil das Bild viel zu dunkel war. In der Konsequenz hat mir das gezeigt, daß ich meine Objektivsammlung noch erweitern werde und insbesondere auf die Lichtstärken abstimmen werde. Am Abend dann, beim Sichten des DV Bandes hatte ich die Bestätigung. Der Adapter hat funktioniert und auch recht gute Bilder gemacht. Das Grain vom Glasscreen ist übrigens kaum zu bemerken. Das Rauschen, welches hier noch auf den Standbildern zu sehen ist, ist eher dynamischer Natur, und damit eigentlich nicht auf den Glasscreen zurückzuführen. Die Scharfstellung der Objektive ist allerdings noch nicht so perfekt gelöst, was man auf den Bildern eben auch sieht. Und der Hotspot ist zwar erkennbar aber nicht so schlimm ausgeprägt. Die hier gezeigten Bilder sind mit etwa 1500 Watt ausgeleuchtet. Von den Clips wurden die Standbilder direkt aus Premiere nach BMP exportiert und für diese Webseite als JPEG in maximaler Qualität konvertiert. Das Material ist wirklich schön geworden. Leider wurde in der Nachbearbeitung das Grundrauschen der DV Kamera noch stark erhöht. Bei späteren Tests mit meiner nunmehr neuen Ersatzkamera Canon MV630i war das Rauschen noch ausgeprägter (allerdings wurde mit der bei reinem Tageslicht aufgenommen, und keine Ausleuchtung verwendet). Ob die Mattscheibe bzw. der Adapter generell einen Anteil an dieser Rauscherhöhung hat, kann ich nicht sagen. Jedenfalls ist es dynamisches Rauschen (CCD-typisch) und kein statisches (Grain der Mattscheibe).
![]() DV35G mit Sony TRV11e Original (1500 Watt Kunstlicht) und bearbeitet
![]() DV35G mit Canon MV630i Original (Tageslicht) und bearbeitet Das von mir verwendete TFT ist übrigens schlecht. Es ist nicht ausreichend um die Schärfe richtig beurteilen zu können und hat auch keine schöne Kontrast- und Farbdarstellung. Farben und Schärfe ließen sich beim Drehen am besten über das TFT der DV Cam beurteilen. Insbesondere das Sony TFT ist da ganz schön. In Zukunft wäre es besser an dieser Stelle ein einzoombares TFT zu haben, wie es die neueren, insbesondere die HDV Cams bereits aufweisen. Das große 7" TFT war dann aber zum Kamera nachziehen und Kadrieren doch ganz nützlich. Nachteilig ist die bisher fehlende Akku-Stromversorgung, so daß ich zum Betrieb des TFT auf das Netzteil und eine Steckdose angewiesen bin. Damit war der Adapter getestet und im Grunde genommen kann er so schon ganz praktisch eingesetzt werden (Innenaufnahmen). Zukunft Nach diesem Filmprojekt hatte ich nun wirklich einen ganzen Sack voll neuer Erfahrungen, die Konsequenzen auf den Aufbau und die Art meines Adapters haben. Auch der Einsatz anderer Mattscheiben ist kein fremder Gedanke mehr für mich (selbst mit rotierenden liebäugel ich :-) Dies ist dann auch der Grund dafür, warum ich den DV35G mit diesem Stand des Projektes einfriere und die Entwicklung nicht fortsetze. Gerade der Kamerawechsel in der Woche vor dem Dreh, Probleme mit dem Kassettenwechsel (dazu muss immer die gesamte DV-Kamera ausgebaut werden) und der Wunsch evtl. andere Mattscheibenkonstruktionen verwenden zu können, führen dazu, daß nunmehr auch das Wort 'Flexibel' eine wesentliche Rolle in der Fortentwicklung des Adapters spielen wird. Dazu wird zuerst eine weiterhin komplexe, aber flexible Schienenkonstruktion, ähnlich eines Leichtstützensystems (oder Supporting Rods, oder Leightweight Support, oder Bridgeplate) gebaut. Danach werde ich mich um andere Mattscheiben, Hotspot-Minimierung, Magnetschnellverschlüsse, und einen anderen Aufbau der eigentlichen Adaptereinheit kümmern. Wie weit ich damit fortgeschritten bin, kann man auf den neuen Seiten zum 35F nachverfolgen. Bilder aus der Bauphase Hier noch einige Bilder aus der Bauphase, die ich rausgekramt habe: Spiegelbox (bitte nicht bei dieser Art Adapter verwenden. s.o. im Text): Ansonsten kann man ggf. hinzufügen, daß möglichst geschraubt wurde. Zum Abdichten großer Löcher habe ich Epoxydharz (Eisenknete) verwendet und bei kleinen Löchern einfach Sanitärsilikon. Die schwarze Farbe ist ein matter Fotolack (sehr schwer zu bekommen heutzutage, aber auch dafür die Lösung: www.micro-tools.com). Ansonsten ist man mit einer Eisensäge und einige Feilen gut dabei ;-) Jedenfalls ist das jetzt so aufgebaut, daß man das Ganze noch im Nachhinein problemlos auseinandernehmen kann, um es zu Reinigen oder zu Modifizieren. Andere DV-Kameras In der Praxis hat sich gezeigt, daß man andere DV-Kameras daran verwenden kann, aber gut ist das nicht gelöst. Es wäre auf jeden Fall ein flexibleres Befestigungssystem erforderlich. Aber das gehe ich ja jetzt mit dem 35F an. Aber eigentlich sollte diese Seite ja auch mehr zum Selberbauen anregen ;-) C U - Frankie |